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Kiel zum Zweiten (Kultur)

Andrea kommt mit Tonkka und Paula an Bord

Peter,  eine Woche alleine in Kiel an Bord der Manati. Er erkundete die Umgebung, war in Laboe, am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort und sah sich auch das Schwesterschiff der Gorch Fock an.

Die amerikanische Eagle hatte an der Tirpitzmohle festgemacht.

 

Nun kam ich mit Andrea zurück. Erholungsurlaub war angesagt. Mit dabei: Die beiden Hundedamen Tonkka und Paula. Ab sofort war Kultur angesagt. Hier zeigte sich Kiel von seiner besten Seite und hatte einiges zu bieten.

Zuerst wurde am „Tag der offenen Tür“ das Gießereimuseum in Dietrichsdorf besucht. Hochinteressant, live mitzuerleben, wie aus einer Holzform ein Gegenstand aus Metall wird. Den selbst gegossenen „Kielfisch“durfte man für 8.- Euro mit nach hause nehmen. Abends stand dann DJ Bobo auf dem Programm. Am nächsten Tag gings mit dem „Alten botanischen Garten“ und Dienstag mit der Altstadt weiter.

 

Andrea hat Geburtstag!

Mittwoch.  Der Besuch des „Aquariums“ brachte Einblicke in die Unterwasserwelt der Ostsee und anderer Meeresgebiete. Das nahegelegene „Zoologische Museum“ fesselte mit Exponaten. Es war schon erstaunlich wann, wo, welche Tiere vorgefunden wurden. Auch wie diese aussehen; teilweise wie aus einem Horrorfilm. Am späten Nachmittag kommen Martin und Ulrike zu Besuch. Mit ihnen spült es einige Flaschen Bochumer Fiege-Pils an Bord und deren Inhalt unseren Durst hinfort.

Rendsburg

Mit dem Auto dauerte es nicht allzu lange, bis wir Rendsburg erreichten. Dort gingen wir erstmal zur Touristeninformation und anschließend „auf den Strich“. Genauer gesagt auf einer blauen Linie, an der sich alle Sehenswürdigkeiten befanden, durch die Stadt. In Rendsburg ist die Zeit offenbar stehen geblieben. Nicht dass es dort noch  „Photo Porst“ gab, auch die Umstellung von DM auf Euro war noch nicht vollständig vollzogen.

Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal ist, nach der Havarie am 08.01.2016, leider immer noch außer Betrieb.

Immerhin lädt die Schiffsbegrüßungsanlage zum verweilen ein.

Campusfest

Am Tag vor Andreas Abreise fand zum 50jährigen bestehen der FH Kiel ein Campusfest statt. Neben Informationen zu den einzelnen Studienbereichen wurde ein Bühnenprogramm geboten. Für Speisen und Getränke war gesorgt. Vom Dach der Sternwarte gab es einen atemberaubenden Ausblick über die Kieler Innenförde.

Ein würdiger Urlaubsabschluss für Andrea.

 

 

 

Kiel zum Ersten (Ankunft)

Festmachen in der Schwentinemündung

Das mit dem Festmachen in der Schwentinemündung war so eine Sache. Die Box war nur gegen den Wind anzulaufen. Das Anlegemanöver hatte ich mit Peter grob besprochen – mein Fehler – es ging natürlich schief. Ehe ich mich versah brach der Bug nach Steuerbord aus und Manati nahm Körperkontakt mit dem dort liegenden Segelboot auf. Gleichzeitig purzelte Peter backbordseitig vom Decksumlauf ins Cockpit. Auf dem touchierten Segelboot schreckte der Eigner hoch. Aus meiner Sicht war das Chaos für den Augenblick perfekt. Peter blieb glücklicherweise unverletzt. Naja vielleicht hatte der Stolz ein bisschen gelitten. Meiner aber auch.  Die Fender rollten an der Bordwand entlang; einer schaffte es sogar bis ans Deck.

Der Eigner vom Nachbarboot kam uns zu Hilfe. Er war eigentlich gerade mit Farbarbeiten beschäftigt. Gemeinsam wurde Manati vertäut.

Danach entschuldigte ich mich erstmal und kramte drei Dosen Bier heraus. Beim „Holsten“ auf den Schreck wurden die Bordwände inspiziert. Unser Nachbar erklärte, dass die ramponierte Backbordseite seiner Brandholm schon vorher so ausgesehen habe. Manati trug auch keinen Schaden davon. Jetzt war Smalltalk angesagt. Uns wurde eröffnet, dass genau an unserem Steg ein Delfin herumschwimmen soll. Auf meine Frage, wer den denn da ausgesetzt habe, wurde nur erwidert, dass er wohl wegen der Heringe hergekommen sei. Es gab dann noch ein paar Tipps zu Essens- und Einkaufsmöglichkeiten. Zwischendurch sprang gelegentlich der Delfin aus dem Wasser.

Irre! Das so weit drin in der Kieler Förde.

In den nächsten Tagen beschäftigte uns die Logistik. Den demontierten Heckkorb holte die Fa. cronimo (als Referenz) ab. Das eigene Auto wurde von Bad Schwartau nachgeführt. Es folgten Einkäufe,  Refit, Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Nebenbei wurde für das eigene leibliche Wohl noch die Mensa der nahe gelegenen FH Kiel entdeckt. Zur Auswahl standen  i.d.R. vier Gerichte. Schmackhaft, reichlich und preiswert.

Am Samstag machte ich mich auf den Heimweg.

Manati’s neue Kleider

Im Winter entschloss ich mich, Manati neu einzukleiden. Sprich: Eine neue Persenning für Groß und Großbaum. Einen Bugspriet mit Bugkorb, einen neuen Heckkorb mit Sitzen, Geräteträger und David, sowie eine feste Reling.

Die alte Persenning als Muster abgegeben, machte sich der Sattler sofort an die Arbeit. Sie passt nicht nur von der Farbe, sondern auch so perfekt.

Für die Edelstahl-Arbeiten habe ich die Firma „cronimo“ aus Schwentinental gewinnen können. Schon vor dem Krantermin wurden vor Ort in Bad Schwartau die anstehenden Arbeiten besprochen. Die eigentliche Montage sollte dann aber in Kiel stattfinden.

Beim Sporthafen Kiel wurde ein Liegeplatz reserviert.

Für den Törn nach Kiel wurden zwei Tage eingeplant. Die erste Etappe des Törns sollte bis Heiligenhafen gehen. Der zweite Tag sollte bis Kiel reichen.

Törn nach Kiel

Bad Schwartau – Heiligenhafen

Am 04.05.2019 ging es los. Eine App fand, dass der Wind für unser Vorhaben günstig sei. Um 08:40 Uhr wurden die Leinen gelöst und der Jockel angeschmissen. Bei klarem Himmel die Trave runter bis zur Tankstelle in Travemünde. Dort noch schnell Diesel gebunkert. Kaum in der Lübecker Bucht, wurden die Segel gesetzt. Bei zunächst mäßigem Wind (2 Bf.) ging’s weiter in Richtung Fehmarnsund.

Der Wettergott – keine Ahnung welcher das war – zog bald alle Register. Außer Nebel hatten wir fasst die gesamte Palette. Neben ein wenig Regen gab es in der Mecklenburger Bucht Graupel, Hagel und sogar Schnee!! Außerdem eine heftige Dünung und kräftige Böen. „Auf der Kirmes müsste man dafür Geld bezahlen!“ meinte Peter. Das konnte ich nur bestätigen.

Zwischen Kellenhusen und der Sagasbank nahm der Wind ab und dreht auf Nord. Wir hatten also gleichzeitig  zwei der drei vorherrschenden Windrichtungen für Segler: „Zu wenig und gegenan:“ Ich bemühte den eisernen Gustav. Unter der Fehmarnsundbrücke hindurch bis nach Heiligenhafen schnurrte er bis 21:10 Uhr.

Im Hafen war kaum Betrieb. Das Ambiente und die sanitären Einrichtungen waren ansprechend. Als der Landstrom angeschlossen wurde flog der FI-Schalter von Manati raus. Der Grund war nicht ersichtlich.  Das sollte sich später klären. Um 07:00 Uhr öffnete das Hafenbüro am nächsten Morgen. Das Liegegeld wurde entrichtet und schon ging es weiter.

Heiligenhafen – Kiel

Kein Wind und spiegelglatte See ließ den Gedanken an Segeln erst gar nicht aufkommen. Auch nach Zunahme des Windes blieb der Motor in Betrieb. Genau von vorn (West). Es war aber nicht nur der Wind, der zunahm. Die Dünung tat es dem Wind gleich und deshalb wurde es vor der Kieler Förde echt unangenehm. Über die Leistungsreserven von Manati’s Motor habe ich mich dort nur noch gefreut. Erst in der Innenförde wurde es besser.

In der Schwentine-Mündung wurde dann um 17:40  Uhr am reservierten Stegplatz festgemacht.

Über die weitere Einkleidung wird berichtet.