Allgemein

von Jörg Krüger / am 16.01.2020 / in

Um ÆRØ herum

Für den Rückweg nach Bad Schwartau hatten wir mehr als genug Zeit. Deshalb fiel mir der Entschluss leicht, um ÆRØ herum zu fahren und damit die Strecke etwas zu verlängern. Peter hatte auch nichts dagegen einzuwenden. Also von der Schlei auf nach Dänemark. Bei gutem Westwind waren die 30 sm bis Æroskøbing nach 7,5 Stunden und einem Sonnenschuss bewältigt. Der hatte es allerdings in sich. Die Fliehkräfte waren so gewaltig, dass die Backofentür aufflog und der gläserne Deckel unserer Auflaufform hauskatapultiert wurde. Das unbenutzte Stück zerschellte dann an der gegenüberliegenden Wand. Wie ärgerlich! ÆRØ begrüßte uns mit seinem Leuchtturm.

Leuchtturm von ÆRØ

Noch vor Sonnenuntergang machten wir im fast leeren Hafen von Æroskøbing fest.

1. Station auf dem Rückweg: Hafen von Æroskøbing

Mit einem Bierchen lässt sich der Ärger wegspülen und so ein Abend prima genießen.

Æroskøbing

Wären da nicht die Fähre und ein großer Supermarkt, könnte man meinen, dass in Æroskøbing die Zeit lange stillgestanden haben muss.

Gassen von Æroskøbing

Diese vielen, liebevoll erhaltenen Häuser, dessen Bewohner und deren Fortbewegungsmittel ziehen unsere Blicke magisch an.

Auto in Æroskøbing

Diesen Ford 12m bewegt der Fahrer wahrscheinlich schon seit seiner Führerscheinprüfung durch die Straßen von Æroskøbing.

Whiskeybrennerei in Æroskøbing

Wir fanden eine Whisky-Brennerei – hier der Blick vom Hof auf die Straße und andere interessante Gebäude.

schiefes Haus in Æroskøbing

Aber nicht nur der Ort an sich ist hübsch anzusehen, die Landschaft ist genauso schön.

Bucht von Æroskøbing

Schöner Liegeplatz auf dem Rückweg im Hafen von Æroskøbing

Nach zwei Tagen verließen wir diese Idylle. Die nächste Station auf dem Rückweg war Marstal.

Marstal

Die enge Rinne Mørkedyb hart am Wind zu besegeln war eine echte Herausforderung. Bei drehenden Winden und vielen entgegenkommenden Booten war mir das Segeln, ohne mitlaufendem Motor, nicht geheuer. Höhe Bredholm wurde dann aus Zeitgründen kurzerhand die Abkürzung genommen, sprich der direkte Weg zur Hafeneinfarhrt von Marstal eingeschlagen. Für die 8,8 sm benötigten wir doch gute 3 Stunden.

Marstal selber fand ich dann im Vergleich mit Æroskøbin weniger interessant. Daher wurden im Ort selbst auch keine Fotos geschossen. Einzig ein Boot im Marstal Havn war ein Foto wert.

Höhe einer Brücke falsch eingeschätzt

Die Skipperin erklärte mir, dass sie die Höhe einer Brücke falsch eingeschätzt hätte. Sie sei jetzt auf dem Weg nach Schleswig, weil sie dort einen gebrauchten Mast erworben hätte. Uns beiden war klar, dass wir wegen dem zunehmenden Wind einen zusätzlichen Stehtag im Hafen haben würden.

Da die Busse auf der Insel kostenlos benutzt werden können, planten Peter und ich deshalb am nächsten Tag nach Søby zu fahren.

Søby

Søby ist eine kleine Ortschaft am westlichen Ende der Insel. Der Bus hält am Fährhafen. Von dort wanderten wir bergan. Das erste Highlight war ein hübsches Haus.

Haus in Søby

Außerdem hatten wir für einen kurzen Moment eine Windmühle gesehen. Wir schlugen die Richtung ein und wurden mit diesem Anblick belohnt.

Windmühlein Søby

Es gab sonst nicht allzu Viel zu sehen. Das Resultat war, dass wir tatsächlich den Friedhof bestaunen.

Friedhofskapelle in Søby

Auf dem Friedhof gab es wenigstens interessante Grabsteine.

Der Rest des Ortes war eher deprimierend. Einige Häuser zerfielen förmlich, etliche standen leer und wurden zum Kauf angeboten. Ganz offensichtlich gab es hier ein wirtschaftlich strukturelles Problem. Mit diesen Eindrücken fuhren wir mit dem Bus zurück.

Nächste Station auf dem Rückweg: Orth / Fehmarn

Am nächsten Tag sollte laut Wetter-App der Wind erträglich sein. Also auf nach Orth, unserem nächsten Etappenziel auf unserem Rückweg. Es stimmte, der Wind war mit 4 Bft mit ein paar Böen moderat. Nicht bedacht hatte ich jedoch die noch stehende Dünung. Höhe kneifend bis zum geht nicht mehr, wollte ich den Fehmarn-Belt queren. Mittig kamen wir dann in Kreuzseen, nicht unbedingt spaßig. Mir kam die Skipperin mit dem krummen Mast in den Sinn und sie tat mir leid. Sie musste quasi genau gegenan. Wir konnten kneifen wie wir wollten, kamen aber um die nordwestliche Spitze von Fehmarn unter Segel nicht herum. Also musste der Jockel mal wieder ran. In Orth machten wir dann um 19.10 Uhr fest. Für die 38 sm brauchten wir knapp 10 Stunden.

Weil wir so spät dran waren, war der Liegeplatz natürlich recht weit weg von den Lokalen. Beim Griechen in Orth aßen wir uns erstmal richtig satt. Das Essen war lecker und preiswert. Das mit der Hafengebühr war kein Problem. Dafür gab es einen Automaten. Dummerweise konnte man nirgendwo nachlesen, dass man zu der Gebühre auch gleich eine Wertkarte (für das Sanitärgebäude mit Dusche) mitkaufen sollte. Hat man, so wie wir, nur die Liegeplatzgebühr entrichtet, kann man diese Wertkarte nicht mehr einzeln nachordern. Uns blieben darum lediglich die normalen öffentlichen Toilettenräume, und dies bei zeitgleich stattfindenden Surf-Meisterschaften. Shit happens!

Auch am nächsten Tag sahen wir es rein sportlich. Unter Segel ging der Rückweg weiter in Richtung Bad Schwartau. Manati lief zunächst richtig gut, aber nachdem die Fehmarn-Sund-Brücke passiert war, ging es windtechnisch, wie sollte es auch anders sein, gegenan. Eigentlich wollten wir nach Neustadt, aber bei dem schwachen Wind gewannen wir kaum an Höhe. Also muss ein Plan B her. Die Alternativen waren Großenbrode oder Grömitz. Großenbrode war unter Segel ohne Probleme zu erreichen, aber immer noch weit weg von Bad Schwartau. Außerdem sprach der Wetterbericht auch noch dagegen.

schlecht Wetter auf dem Rückweg

Dieses Unwetter lief über Land von Grömitz kommend in Richtung Großenbrode. Also stand Plan B fest. Motor an und ab in Richtung Grömitz. Dort kamen wir dann um 19:45 Uhr an, es begann bereit dunkel zu werden. Für die 23 sm hatten wir fast 9 Stunden gebraucht.

Plan B auf dem Rückweg: Grömitz

Mondän könnte die vielleicht zutreffendste Beschreibung für diesen Kurort sein. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Einkaufsmöglichkeiten befinden sich im Ort, gute 3 km vom Hafen entfernt. Zu Fuß am Einfachsten über die Promenade zu erreichen. Auf diesem Laufsteg für teure Klamotten, vorgeführt von unbekannten Modells, zählt anscheinend nur: „Sehen und gesehen werden !“ Zu entdecken gab es hier eigentlich nichts. Doch halt! Ein Foto habe ich im Hafenbereich doch geschossen.

skurrile Ferienwohnung

In einem Hinterhof bzw. auf einem Parkplatz befand sich diese skurrile Ferienwohnung. Die passte so gar nicht nach Grömitz.

Hier zieht mich wohl nichts mehr hin. War ja auch nur Plan B und wird es wohl auch in Zukunft bleiben.

Resümee:

Am 12.08.19 brachen Peter und ich zur Schlei auf und kehrten am 09.09.19 nach 274 sm wieder zurück. Davon knapp 80 sm unter Motor. Andrea war vom 18.08. – 31.08.19 an Bord, um die Schlei zu erkunden. Besondere Vorkommnisse: Verlust eines gläsernen Deckels einer Auflaufform

 

von Jörg Krüger / am 14.01.2020 / in
von Jörg Krüger / am 14.01.2020 / in
von Jörg Krüger / am 13.01.2020 / in
von Jörg Krüger / am 13.12.2019 / in
von Jörg Krüger / am 12.12.2019 / in
von Jörg Krüger / am 11.12.2019 / in
von Jörg Krüger / am 18.09.2019 / in
von Jörg Krüger / am 01.09.2019 / in
von Jörg Krüger / am 20.06.2019 / in
SEITE 1 VON 2 1 2