Alle Beiträge von Jörg Krüger

62jähriger Skipper im Ruhestand

Die Schlei

Maasholm

Maasholm,  der erste landseitig zugängliche Hafen der Schlei liegt von der Ostsee kommend Steuerbord, kurz hinter dem Vogelschutzgebiet.

Schleimündung + Vogelschutzgebiet

 

Hier machten wir zunächst am inneren Molenkopf fest. Nach der ersten Nacht wollte ich mich sofort um einen angenehmeren Liegeplatz kümmern und suchte den Hafenmeister auf. Nach einem freundlichen Gespräch  hatte ich die frei Auswahl zwischen vier freien Liegeplatzen. Wir verholten uns dann bereits am Vormittag nach ganz vorne, zum Anfang der Stege.

Liegeplätze

Die kurzen Wege – naja – eher die kürzeren Wege – waren eindeutig von Vorteil. Der Weg bis zu den Sanitärgebäuden betrug aber immer noch ca. 100 m.  Die sauberen Anlagen wurden von uns aufgesucht, aber auch von Campern des nahegelegenen Wohnmobilparks. Von Nachteil war der parallel zu den Liegeplätzen verlaufende Parkplatz, weil wir durch die an- und abfahrenden Autos

Parklatz der Marina

abends geblendet wurden.  Konnte man aber gut verschmerzen.

Der Gemeindehafen ist für Sportboote und Fischereifahrzeuge konzipiert; außerdem legen noch regelmäßig Fährschiffe an und ein  Seenotrettungsboot ist stationiert. Unseren Hunger stillten wir auf dem Hafengelände

Hafengelände

an einem Imbiss, an einem Verkaufsstand für frische Fischprodukte oder in angrenzenden Lokalen. Eine kleine Eisdiele und ein Souvenir-Shop waren auch noch da. Nötige Lebensmittel,  frischen oder geräucherten Fisch, sowie Backwaren gab es nur wenige Meter weiter.

Alles das haben wir bereits am Freitag herausgefunden. War aber allerdings nicht so schwer, weil die ansehnliche  Hauptstraße

Hauptstraße

auch nicht soooo lang ist. Schön  fand ich allerdings, dass extra für uns am Samstag ein Hafenfest ausgerichtet wurde. Kaffee, Kuchen, Wurst, Steak, Musik, Tanz, Bier usw. Hat wirklich viel Spaß gemacht.

Sonntag kam Andrea mit dem Auto. Nun konnte unser gemeinsamer Urlaub auf der Schlei beginnen.

Als erstes besuchten wir per Pedes das Natur-Erlebnis-Zentrum, untergebracht auf dem Gelände einer ehemaligen Raketen-Versuchsanlage. Während draußen ein Gewitter mit Starkregen sein Unwesen trieb erweiterten wir unser Wissen über die hiesige Flora, Fauna und Geologie. Die nahegelegene Vogelwarte suchten wir ebenfalls auf. Leider wurde gerade keine Führung ins Vogelschutzgebiet angeboten, sodass wir uns das Gebiet nur von Weitem anschauen konnten.

 

 

 

Ausflug zur Schlei

Vorbereitung

Wieder in Bad Schwartau. Über die Rückfahrt von Kiel über Bugstaaken war nicht viel zu erzählen: Schlechtes Wetter – Schießgebiet umfahren –  ab Fehmarn Wind gegenan.

An Manati wurde weitergearbeitet: Holz für den Bugspriet und die Sitze, Rettungsinsel, Bordelektrik, defekter Kühlschrank und andere Kleinigkeiten. Immerhin stand der geplante Törn zur und auf der Schlei an. Bis zum 17. August wollten wir dort sein und bis dahin sollten die Vorbereitungen abgeschlossen sein.

Die Törn Planung sah vor, dass wir gemütlich nach Grömitz, von dort nach Fehmarn-Orth und über Aero nach Schleimünde segeln. Der Windfinder bzw. Rasmus hatte aber etwas dagegen. Zunächst hieß es warten und ein Windfenster finden.  Dann ein Lichtblick; der gemütliche Plan wurde umgeschmissen.  Aus Fehmarn-Orth wurde Heiligenhafen und Aero zunächst ganz gestrichen. Aber der Ausflug zur Schlei konnte beginnen.

Die Trave runter Richtung Fehmarn

Dann, am Montag den 12. August, war es soweit; das erste passende Windfenster: 4er SO-Wind mit Böen bis 6 Bf. Kurz nach 10 Uhr ablegen und unter Motor in die Trave. Dort sofort das Groß hoch. Mit achterlichem Wind die Trave runter segeln ist ein ehr seltenes Vergnügen. Kaum in der Travemündung, wurde auch die Fock dazu genommen und ab ging die „Rauschefahrt“ zum Fehmarnsund. Bis zur Ansteuerungstonne brauchten wir 8 1/2 Stunden. Jetzt ging’s nur noch mit dem Motor weiter. Der Wind stand inzwischen gegenan, der Strom sowieso; die Dünung war heftig. Wir waren froh, dass wir Heiligenhafen noch kurz vor Sonnenuntergang, nach 11 Stunden und 45,3 sm erreichten.

Heiligenhafen – Schlei

Es galt zwei Hafentage in Heiligenhafen zu verbringen, bis zum nächsten Windfenster: 4er S-Wind mit heftigen Böen.

Etliche Segler, die in den beiden Tagen einliefen, bestätigten die Richtigkeit meiner Entscheidung, als sie uns die schwierigen Bedingungen auf der Hohwachter Bucht und dem Fehmarnsund schilderten.

Wir nutzten die Zeit und erkundeten Heiligenhafen.

Donnerstag, 15. August. Um nicht wieder so spät anzukommen und weil der Wind gegen Nachmittag wieder auf West drehen sollte,  legten wir schon um 06:30 Uhr ab. Bei fast glatter See wurden an der östlichen Untiefen-Tonne bereits die Segel hochgezogen. Der 4er Wind nahm im weiteren Verlauf stetig zu. Die Dünung sogar heftig. Peters Magen hielt das leider nur 6 Stunden aus, bevor er eine Revolution anzettelte. Es war zum Glück nicht mehr sehr weit und der Magen hatte sein Pulver bereits weitgehend verschossen.   Nach nur 7 1/2 Stunden fuhren wir in die Schlei ein. Damit war der Ausflug zur Schlei beendet und der Törn auf der Schlei konnte beginnen.

Unterwegs  bemerkten wir auch noch einen Wassereinbruch. Es tropfte von der Salondecke auf die Polster und späterr noch in die 230 V-Steckdose. Die neu montierte Rettungsinsel war nicht wasserdicht verschraubt.

Hier liefen wir den Hafen von Maasholm (Empfehlung einiger Segelkameraden) an. Dort machten wir bereits um 15 Uhr fest. 43,5 sm in 8 1/2 Stunden

Geringer Tiefgang = Super Liegeplatz

Kiel zum Dritten – (Einkleidung)

Mit Peter wieder allein

Andrea ging mit den beiden Hunden von Bord. Auf dem Nach-Hause-Weg erlebte sie einen Horror-Stau. Es ist echt kein Vergnügen den Weg zwischen dem Ruhrgebiet und der Ostsee mit dem Auto zurück legen zu müssen. In welche Richtung auch immer.

Einkleidung

Manati’s Einkleidung begann. Der Heckkorb mit integriertem Geräteträger wurde an Bord gewuchtet. Nicht ganz leicht, wie man sieht.

Das betraf sowohl Handling, als auch Gewicht. Das Teil passte leider nicht richtig und musste geringfügig nachbearbeitet werden. Also alles wieder retour und nochmal von vorne. Das traf für uns auch auf das Aus- und Einräumen der Backskisten zu. Den Inhalt kenne ich jetzt genau.

An einem nahegelegenen Schwimmsteg bekam Manati den Bugspriet angepasst. Wie bei den beiden Sitzen im Heckkorb fehlt auch hier noch die Holzbeplankung.

Anstelle der Davids wurde ein zusätzlicher Klapp-Bügel angeschraubt. Sieht meiner Meinung nach eleganter aus. Das Wasserstag besteht aus zwei verstellbaren Rohren .

Zu guter Letzt wurde die feste Reling auf die neuen Relings-Stützen geschweißt.

Nach 37 Tagen war Manati tatsächlich neu eingekleidet. Das waren neun Tage mehr als geplant, dafür war das Ergebnis aber hervorragend. Sowohl Aussehen als auch Ausführung begeistern. Die Firma Cronimo hat meine Vorstellungen wirklich gut umgesetzt. Lediglich der alte Bugkorb muss noch gestrippt werden.

Nun konnten wir den Rückweg antreten – wurde auch langsam Zeit.

 

 

 

Kiel zum Zweiten (Kultur)

Andrea kommt mit Tonkka und Paula an Bord

Peter,  eine Woche alleine in Kiel an Bord der Manati. Er erkundete die Umgebung, war in Laboe, am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort und sah sich auch das Schwesterschiff der Gorch Fock an.

Die amerikanische Eagle hatte an der Tirpitzmohle festgemacht.

 

Nun kam ich mit Andrea zurück. Erholungsurlaub war angesagt. Mit dabei: Die beiden Hundedamen Tonkka und Paula. Ab sofort war Kultur angesagt. Hier zeigte sich Kiel von seiner besten Seite und hatte einiges zu bieten.

Zuerst wurde am „Tag der offenen Tür“ das Gießereimuseum in Dietrichsdorf besucht. Hochinteressant, live mitzuerleben, wie aus einer Holzform ein Gegenstand aus Metall wird. Den selbst gegossenen „Kielfisch“durfte man für 8.- Euro mit nach hause nehmen. Abends stand dann DJ Bobo auf dem Programm. Am nächsten Tag gings mit dem „Alten botanischen Garten“ und Dienstag mit der Altstadt weiter.

 

Andrea hat Geburtstag!

Mittwoch.  Der Besuch des „Aquariums“ brachte Einblicke in die Unterwasserwelt der Ostsee und anderer Meeresgebiete. Das nahegelegene „Zoologische Museum“ fesselte mit Exponaten. Es war schon erstaunlich wann, wo, welche Tiere vorgefunden wurden. Auch wie diese aussehen; teilweise wie aus einem Horrorfilm. Am späten Nachmittag kommen Martin und Ulrike zu Besuch. Mit ihnen spült es einige Flaschen Bochumer Fiege-Pils an Bord und deren Inhalt unseren Durst hinfort.

Rendsburg

Mit dem Auto dauerte es nicht allzu lange, bis wir Rendsburg erreichten. Dort gingen wir erstmal zur Touristeninformation und anschließend „auf den Strich“. Genauer gesagt auf einer blauen Linie, an der sich alle Sehenswürdigkeiten befanden, durch die Stadt. In Rendsburg ist die Zeit offenbar stehen geblieben. Nicht dass es dort noch  „Photo Porst“ gab, auch die Umstellung von DM auf Euro war noch nicht vollständig vollzogen.

Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal ist, nach der Havarie am 08.01.2016, leider immer noch außer Betrieb.

Immerhin lädt die Schiffsbegrüßungsanlage zum verweilen ein.

Campusfest

Am Tag vor Andreas Abreise fand zum 50jährigen bestehen der FH Kiel ein Campusfest statt. Neben Informationen zu den einzelnen Studienbereichen wurde ein Bühnenprogramm geboten. Für Speisen und Getränke war gesorgt. Vom Dach der Sternwarte gab es einen atemberaubenden Ausblick über die Kieler Innenförde.

Ein würdiger Urlaubsabschluss für Andrea.

 

 

 

Kiel zum Ersten (Ankunft)

Festmachen in der Schwentinemündung

Das mit dem Festmachen in der Schwentinemündung war so eine Sache. Die Box war nur gegen den Wind anzulaufen. Das Anlegemanöver hatte ich mit Peter grob besprochen – mein Fehler – es ging natürlich schief. Ehe ich mich versah brach der Bug nach Steuerbord aus und Manati nahm Körperkontakt mit dem dort liegenden Segelboot auf. Gleichzeitig purzelte Peter backbordseitig vom Decksumlauf ins Cockpit. Auf dem touchierten Segelboot schreckte der Eigner hoch. Aus meiner Sicht war das Chaos für den Augenblick perfekt. Peter blieb glücklicherweise unverletzt. Naja vielleicht hatte der Stolz ein bisschen gelitten. Meiner aber auch.  Die Fender rollten an der Bordwand entlang; einer schaffte es sogar bis ans Deck.

Der Eigner vom Nachbarboot kam uns zu Hilfe. Er war eigentlich gerade mit Farbarbeiten beschäftigt. Gemeinsam wurde Manati vertäut.

Danach entschuldigte ich mich erstmal und kramte drei Dosen Bier heraus. Beim „Holsten“ auf den Schreck wurden die Bordwände inspiziert. Unser Nachbar erklärte, dass die ramponierte Backbordseite seiner Brandholm schon vorher so ausgesehen habe. Manati trug auch keinen Schaden davon. Jetzt war Smalltalk angesagt. Uns wurde eröffnet, dass genau an unserem Steg ein Delfin herumschwimmen soll. Auf meine Frage, wer den denn da ausgesetzt habe, wurde nur erwidert, dass er wohl wegen der Heringe hergekommen sei. Es gab dann noch ein paar Tipps zu Essens- und Einkaufsmöglichkeiten. Zwischendurch sprang gelegentlich der Delfin aus dem Wasser.

Irre! Das so weit drin in der Kieler Förde.

In den nächsten Tagen beschäftigte uns die Logistik. Den demontierten Heckkorb holte die Fa. cronimo (als Referenz) ab. Das eigene Auto wurde von Bad Schwartau nachgeführt. Es folgten Einkäufe,  Refit, Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Nebenbei wurde für das eigene leibliche Wohl noch die Mensa der nahe gelegenen FH Kiel entdeckt. Zur Auswahl standen  i.d.R. vier Gerichte. Schmackhaft, reichlich und preiswert.

Am Samstag machte ich mich auf den Heimweg.

Manati’s neue Kleider

Im Winter entschloss ich mich, Manati neu einzukleiden. Sprich: Eine neue Persenning für Groß und Großbaum. Einen Bugspriet mit Bugkorb, einen neuen Heckkorb mit Sitzen, Geräteträger und David, sowie eine feste Reling.

Die alte Persenning als Muster abgegeben, machte sich der Sattler sofort an die Arbeit. Sie passt nicht nur von der Farbe, sondern auch so perfekt.

Für die Edelstahl-Arbeiten habe ich die Firma „cronimo“ aus Schwentinental gewinnen können. Schon vor dem Krantermin wurden vor Ort in Bad Schwartau die anstehenden Arbeiten besprochen. Die eigentliche Montage sollte dann aber in Kiel stattfinden.

Beim Sporthafen Kiel wurde ein Liegeplatz reserviert.

Für den Törn nach Kiel wurden zwei Tage eingeplant. Die erste Etappe des Törns sollte bis Heiligenhafen gehen. Der zweite Tag sollte bis Kiel reichen.

Törn nach Kiel

Bad Schwartau – Heiligenhafen

Am 04.05.2019 ging es los. Eine App fand, dass der Wind für unser Vorhaben günstig sei. Um 08:40 Uhr wurden die Leinen gelöst und der Jockel angeschmissen. Bei klarem Himmel die Trave runter bis zur Tankstelle in Travemünde. Dort noch schnell Diesel gebunkert. Kaum in der Lübecker Bucht, wurden die Segel gesetzt. Bei zunächst mäßigem Wind (2 Bf.) ging’s weiter in Richtung Fehmarnsund.

Der Wettergott – keine Ahnung welcher das war – zog bald alle Register. Außer Nebel hatten wir fasst die gesamte Palette. Neben ein wenig Regen gab es in der Mecklenburger Bucht Graupel, Hagel und sogar Schnee!! Außerdem eine heftige Dünung und kräftige Böen. „Auf der Kirmes müsste man dafür Geld bezahlen!“ meinte Peter. Das konnte ich nur bestätigen.

Zwischen Kellenhusen und der Sagasbank nahm der Wind ab und dreht auf Nord. Wir hatten also gleichzeitig  zwei der drei vorherrschenden Windrichtungen für Segler: „Zu wenig und gegenan:“ Ich bemühte den eisernen Gustav. Unter der Fehmarnsundbrücke hindurch bis nach Heiligenhafen schnurrte er bis 21:10 Uhr.

Im Hafen war kaum Betrieb. Das Ambiente und die sanitären Einrichtungen waren ansprechend. Als der Landstrom angeschlossen wurde flog der FI-Schalter von Manati raus. Der Grund war nicht ersichtlich.  Das sollte sich später klären. Um 07:00 Uhr öffnete das Hafenbüro am nächsten Morgen. Das Liegegeld wurde entrichtet und schon ging es weiter.

Heiligenhafen – Kiel

Kein Wind und spiegelglatte See ließ den Gedanken an Segeln erst gar nicht aufkommen. Auch nach Zunahme des Windes blieb der Motor in Betrieb. Genau von vorn (West). Es war aber nicht nur der Wind, der zunahm. Die Dünung tat es dem Wind gleich und deshalb wurde es vor der Kieler Förde echt unangenehm. Über die Leistungsreserven von Manati’s Motor habe ich mich dort nur noch gefreut. Erst in der Innenförde wurde es besser.

In der Schwentine-Mündung wurde dann um 17:40  Uhr am reservierten Stegplatz festgemacht.

Über die weitere Einkleidung wird berichtet.

Saisonbeginn

Krantermin

Zu Beginn der Saison steht der Krantermin. Dieser war im Kalender am 17.April um 10:00 Uhr vermerkt. Fast pünktlich, also um 10:45 Uhr ging es los. Die Manati wurde mit einem Stapler zum Kran geschoben.

Gurte wurden angelegt und Manati wurde sicher zu Wasser gelassen.

Der umgebaute Mast kam dazu und zu guter Letzt wurde der Windmesser montiert. Soweit so gut.

Die erste Sichtung der Bilge ergab, dass die neuen Geber offenbar wasserdicht eingebaut sind. Es galt noch den Liegeplatz aufzusuchen und die Segel anzuschlagen. Saisonbeginn!

Unser feste Liegeplatz war von einem fremden Boot belegt.  Übergangsweise sollten wir in der Box links davon festmachen. Das war kein Problem.

Hafenkino

Am nächsten Tag verließ der Fremdparker unseren Liegeplatz. Da ja lediglich eine Box weitergezogen werden musste, plante ich ein Leinenmanöver, ohne den Diesel bemühen zu müssen.

Eine lange Leine wurde Peter auf dem Steg in die Hand gedrückt, um den Bug nach Backbord zu verholen. Ich selbst löste die Backbord-Heckleine, zog mich zum Steuerbor-Dalben, um auch hier die Leine zu lösen. Dummerweise gestaltete sich das schwieriger als angenommen und ehe ich mich versah wehte mit der Wind die Manati sprichwörtlich unter den Füßen weg.  Eine schnelle Entscheidung musste her: Ins Wasser (das Boot war schon zu weit weg, oder trocken an den Dalben.

Da hing ich nun wie ein Affe an der Palme!! Und dann – ohha – die laute Frage: Kann ich irgendwie helfen? trug nicht dazu bei, meine Stimmung zu verbessern. Peter schaffte es, die Manati zurück zu schubsen. Ich konnte wieder übersteigen und das Manöver fand dann doch noch wie geplant statt. Ein Stegnachbar meinte dann zwar noch: Das habe nicht so ausgesehen, als wenn das so geplant war? Leider musste ich ihm recht geben. Ich war froh, dass es nicht viele Zeugen des Saisonbeginns meines persönlichen Hafenkinos gab.

Peter ärgerte sich nachher darüber, dass er davon kein Foto gemacht hat. Gott sei Dank war sein Fotoapparat unter Deck auf der Manati. Wie ich Peter kenne, hätte er mich für „die Fotos“ bestimmt einige Zeit hängen lassen.

Vorbereitungen für die Saison 2019

Vor dem Kranen – Termin ist der 05.04.2019 – standen noch ein paar Arbeiten an. Ein Platz für den Kartenplotter (7″) musste her. Schon fing das große Rätselraten an. Das „Riesending“ passte nicht neben das Motorpanel am Innensteuerstand. Der Platz darüber war bereits für das neue DSC-Seefunk-Gerät vorgesehen. Tja wohin??

Nach langem Suchen und Messen wurde die Instrumentenmulde in der Kabinenaußenwand auserkoren. Da war allerdings der Kompass mittig verbaut und damit im Weg. Ein Versetzen war kein Problem. Das zurückgebliebene Loch wurde zu laminiert und daneben der Plotter eingepasst. Die Instrumentenmulde erhielt dann nicht mehr die alte weiße Farbe, sondern eine blaue. Damit passte sie sich ins Gesamtbild ein. Ich finde, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Nur dass sich etwas blaue Farbe unter das Klebeband verirrte, verschlechtert das Ergebnis. Lässt sich aber noch beseitigen.

Die Kabel für das neue Bussystem wurden verlegt. Fachleute erklärten mir, dass die alten Geber (Logge und Echolot) nicht kompatibel sind. Also raus damit. Und ein schon neues Problem: Der neue Geber beherbergt beide Funktionen in einem Teil. Ein Loch zu viel im Rumpf!!!!

Die kostspielige Lösung: Ein Forward-Scan

Das Teil war allerdings nicht zeitgerecht lieferbar. Also wurde der Krantermin verschoben auf den 17.04.2019.

Bis dahin sollte auch der Mast fertig sein. Neue Stagen und Wanten, eine Windmessanlage, eine Funkantenne und die Möglichkeit eine zweite Roll-Reff-Anlage zu fahren waren der Auftrag.

 

 

Winterschlaf

Ende Oktober war es soweit, die Manati kam auf’s Trockene. Zunächst wurde der Mast gelegt.

Danach machte sich der Kran daran, die Manati aus dem Wasser zu hieven. Das Unterwasserschiff machte Bekanntschaft mit dem Muschelschaber, wobei dort kaum Anhaftungen vorhanden waren. Lediglich der Saildrive und die Schraube waren erneut mit „Pocken“ übersät.

Im Bock wurde die Manati dann

auf dem Gelände abgestellt und anschließend von mir zugedeckt, damit sie nicht so friert. Quatsch: Die Plane sollte verhindern, dass das Teak-Deck im Winter Frostschäden erleidet. Jetzt begann also Manatis Winterschlaf.

Von wegen Winterschlaf!

Bereits nach dem ersten heftigen Sturm bin ich wieder hin – und das war auch gut so!!! Die Plane war eingesunken. Riesige Wassersäcke belasteten die Reling. Eine Relings-Stütze war bereits verbogen. Eine neue Konstruktion musste her. Ein nahegelegener Baumarkt wurde geplündert und die Plane anders gestützt.

Zu Hause wurde ein neues Schaltpanel gebaut. Das Verbauen in die vorhandene Verdrahtung durchdacht und Verbindung mit einem Edelstahlschlosser aufgenommen, welcher die Manati mit Bugspriet, fester Reling und neuem Heckkorb nebst Sitzen und integriertem Geräteträger versieht.

Die Boot in Düsseldorf wurde ebenfalls besucht.

Ernüchterung

Im Frühjahr dann war’s vorbei mit dem „Winterschlaf“. Die Planen-Konstruktion hatte sich nicht bewährt. Es gab immer noch Wassersäcke.

Die Unterkonstruktion war zusammengebrochen. Eine weitere Stütze stark verbogen. Nächsten Winter muss das unbedingt besser werden.

 

 

 

Aufrüsten und Muschelkrieg

 

Aufrüsten für die kommende Saison

Am 8. August fand ich endlich die Zeit, wieder zur Manati in Bad Schwartau zu fahren. Inzwischen waren bereits über 8 Wochen ins Land gegangen, als ich zuletzt dort war. Eine schier endlose Zahl an Terminen, Verpflichtungen oder sonstiger Ereignisse ließen aber einen längeren Aufenthalt auf der Manati bisher nicht zu. Dabei war die Liste der anstehenden Arbeiten und abzuklärenden Fragen soooo laaang.

Zunächst wurde der, bis oben hin vollgestopfte Passat Variant, teilentladen. Die Sachen wurden im Salon der Manati verstaut und schon war an Bord das perfekte Chaos vorhanden. Deshalb blieb der Rest auch erstmal im  Auto. In den folgenden Tagen wurde in Ruhe das Durcheinander beseitigt. Vorgefertigte Holzteile exakt eingepasst, lackiert,  verbaut,  und die Sachen übrigen Sachen an die richtige Stelle verstaut, oder abermals umverstaut, weil es einen bessern Lagerplatz gab.  Dann wurde die komplette 230-Volt-Anlage rausgeschmissen und alles neu verkabelt. Es kamen einige Steckdosen hinzu und das wichtigste, ein Batterieladegerät. Bisher wurden die Batterien nur über die motorbetriebene Lima geladen. Okay; es gab auch ein kleines Solarmodul. Jetzt ist für mich die Energieversorgung der Manati auf alle Fälle sicherer.

Danach wurden LED-Lichtbänder im Salon und der Eignerkabiene verklebt und ans 12-Volt-Bordnetz angeschlossen. Supersache, die  Fernbedienung mit der Dimm-Funktion für die LED-Lichtbänder, bis die Klebestreifen aufgaben und die Hälfte eines Lichtbands wieder herunterfiel. Mal schauen, wie ich das wieder hinbekomme. Die To-Do-Liste hatte 22 Punkte und wurde nicht viel kürzer, obwohl einige Punkte abgearbeitet waren. Es Kamen einfach ein paar neue hinzu.

Die Zeit raste förmlich dahin.

Peter kommt an Bord

Für den 14. August hatte Peter sein Bordleben angekündigt. Tatsächlich stand er gegen Mittag vor dem Tor der Marina. Gemeinsam fuhren wir dann über das Marina-Gelände und fanden eine Parkmöglichkeit in der Nähe unseres Stegs.

Nach einer kurzen Einweisung an Bord wurde geklönt und ein Willkommensbier getrunken.

Gemeinsam wurden dann am nächsten Tag weitere Punkte der To-Do-Liste in Angriff genommen. Insbesondere das, mit dem Spiel in der Steuerung des Innensteuerstandes. Nach Ablauf eines Tages wusste ich, wie die Steuerung funktioniert, aber eine Einstellmöglichkeit war trotzdem nicht ersichtlich. Unglaublich, eine einfache Rändelschraube, wie bei der Fahrrad-Handbremse hätte gereicht. Naja, nochmal drüber schauen, vielleicht habe ich ja was übersehen.

Der Muschelkrieg

Donnerstag, 16. August: Nach dem Reinfall mit der Steuerung wollte ich mit Peter ablegen und nach Travemünde auslaufen. Auch, um die frustrierende Suche nach der Einstellmöglichkeit des Lenkradspiels zu verdrängen.

Das Ablegemanöver wurde durchgesprochen. Rückwärts aus der Box. Voraus in Richtung Fahrwasser. Alles perfekt; nur hatte ich dass Gefühl, etwas wenig Schub zu haben. Im Fahrwasser gab es keine Windabdeckung mehr und meine Manati kam nach Backbord trotz Vollgas nicht gegen den Wind an. Mit Ach und Krach konnte steuerbord gewendet werden und an zwei Dalben neben der Boxenzufahrt, in Rückwärtsfahren, festgemacht werden.

Lakonisch meinte der Skipper vom Nachbarboot, dass die Schiffsschraube wohl voller Pocken sitzen würde.  Das klang logisch. Also kurz beratschlagt und entschlossen, die Schraube von dien Dingern zu befreien. Gut, dass eine Taucherbrille an Bord war.

Alles fertig zum Tauchen und ich ab in die Brühe. Das Wasser war in etwa so kalt.

 

Runter, die Schraube entdeckt und beherzt zugefasst. Auahhh. Blutverschmiert kam ich zurück, meine Hände über und über mit Schnittwunden bedeckt.

Nach dieser einschneidenden Erfahrung habe ich den Muscheln den Krieg erklärt. Mit verpflasterten Händen unter Einweghandschuhen und mit einem Skippermesser bewaffnet wurde die Schiffsschraube nach unzähligen Tauchgängen (ich habe sie tatsächlich nicht gezählt) von den Muscheln annähernd befreit.

Eine Prüfung der Schubkraft ergab, das die Muscheln verloren und ich den Krieg, zumindest vorerst, gewonnen hatte.

Danach wurde zwar Travemünde nicht mehr angelaufen, aber eine kurze Testfahrt in Richtung Lübeck unternommen.

Ich weiss jetzt zumindest, dass mit Muscheln nicht zu spaßen ist.