Aufrüsten und Muschelkrieg

 

Aufrüsten für die kommende Saison

Am 8. August fand ich endlich die Zeit, wieder zur Manati in Bad Schwartau zu fahren. Inzwischen waren bereits über 8 Wochen ins Land gegangen, als ich zuletzt dort war. Eine schier endlose Zahl an Terminen, Verpflichtungen oder sonstiger Ereignisse ließen aber einen längeren Aufenthalt auf der Manati bisher nicht zu. Dabei war die Liste der anstehenden Arbeiten und abzuklärenden Fragen soooo laaang.

Zunächst wurde der, bis oben hin vollgestopfte Passat Variant, teilentladen. Die Sachen wurden im Salon der Manati verstaut und schon war an Bord das perfekte Chaos vorhanden. Deshalb blieb der Rest auch erstmal im  Auto. In den folgenden Tagen wurde in Ruhe das Durcheinander beseitigt. Vorgefertigte Holzteile exakt eingepasst, lackiert,  verbaut,  und die Sachen übrigen Sachen an die richtige Stelle verstaut, oder abermals umverstaut, weil es einen bessern Lagerplatz gab.  Dann wurde die komplette 230-Volt-Anlage rausgeschmissen und alles neu verkabelt. Es kamen einige Steckdosen hinzu und das wichtigste, ein Batterieladegerät. Bisher wurden die Batterien nur über die motorbetriebene Lima geladen. Okay; es gab auch ein kleines Solarmodul. Jetzt ist für mich die Energieversorgung der Manati auf alle Fälle sicherer.

Danach wurden LED-Lichtbänder im Salon und der Eignerkabiene verklebt und ans 12-Volt-Bordnetz angeschlossen. Supersache, die  Fernbedienung mit der Dimm-Funktion für die LED-Lichtbänder, bis die Klebestreifen aufgaben und die Hälfte eines Lichtbands wieder herunterfiel. Mal schauen, wie ich das wieder hinbekomme. Die To-Do-Liste hatte 22 Punkte und wurde nicht viel kürzer, obwohl einige Punkte abgearbeitet waren. Es Kamen einfach ein paar neue hinzu.

Die Zeit raste förmlich dahin.

Peter kommt an Bord

Für den 14. August hatte Peter sein Bordleben angekündigt. Tatsächlich stand er gegen Mittag vor dem Tor der Marina. Gemeinsam fuhren wir dann über das Marina-Gelände und fanden eine Parkmöglichkeit in der Nähe unseres Stegs.

Nach einer kurzen Einweisung an Bord wurde geklönt und ein Willkommensbier getrunken.

Gemeinsam wurden dann am nächsten Tag weitere Punkte der To-Do-Liste in Angriff genommen. Insbesondere das, mit dem Spiel in der Steuerung des Innensteuerstandes. Nach Ablauf eines Tages wusste ich, wie die Steuerung funktioniert, aber eine Einstellmöglichkeit war trotzdem nicht ersichtlich. Unglaublich, eine einfache Rändelschraube, wie bei der Fahrrad-Handbremse hätte gereicht. Naja, nochmal drüber schauen, vielleicht habe ich ja was übersehen.

Der Muschelkrieg

Donnerstag, 16. August: Nach dem Reinfall mit der Steuerung wollte ich mit Peter ablegen und nach Travemünde auslaufen. Auch, um die frustrierende Suche nach der Einstellmöglichkeit des Lenkradspiels zu verdrängen.

Das Ablegemanöver wurde durchgesprochen. Rückwärts aus der Box. Voraus in Richtung Fahrwasser. Alles perfekt; nur hatte ich dass Gefühl, etwas wenig Schub zu haben. Im Fahrwasser gab es keine Windabdeckung mehr und meine Manati kam nach Backbord trotz Vollgas nicht gegen den Wind an. Mit Ach und Krach konnte steuerbord gewendet werden und an zwei Dalben neben der Boxenzufahrt, in Rückwärtsfahren, festgemacht werden.

Lakonisch meinte der Skipper vom Nachbarboot, dass die Schiffsschraube wohl voller Pocken sitzen würde.  Das klang logisch. Also kurz beratschlagt und entschlossen, die Schraube von dien Dingern zu befreien. Gut, dass eine Taucherbrille an Bord war.

Alles fertig zum Tauchen und ich ab in die Brühe. Das Wasser war in etwa so kalt.

 

Runter, die Schraube entdeckt und beherzt zugefasst. Auahhh. Blutverschmiert kam ich zurück, meine Hände über und über mit Schnittwunden bedeckt.

Nach dieser einschneidenden Erfahrung habe ich den Muscheln den Krieg erklärt. Mit verpflasterten Händen unter Einweghandschuhen und mit einem Skippermesser bewaffnet wurde die Schiffsschraube nach unzähligen Tauchgängen (ich habe sie tatsächlich nicht gezählt) von den Muscheln annähernd befreit.

Eine Prüfung der Schubkraft ergab, das die Muscheln verloren und ich den Krieg, zumindest vorerst, gewonnen hatte.

Danach wurde zwar Travemünde nicht mehr angelaufen, aber eine kurze Testfahrt in Richtung Lübeck unternommen.

Ich weiss jetzt zumindest, dass mit Muscheln nicht zu spaßen ist.