Fehmarn

Fehmarn ich komme

Der Wecker wartete auf seinen Einsatz. Trotzdem lag ich schon hellwach im Bett. An Weiterschlafen war nicht mehr zu denken. Heute sollte ich „Manati“ wiedersehen. Kurzentschlossen pulte ich mich aus den Federn. Duschen, Frühstücken, kurz verabschieden und raus aus dem Haus.

Auf dem Parkplatz wartete geduldig mein Auto,  bis oben hin vollgestopft. Gerade mal noch genug Platz für mich. Eine Drehung des Zündschlüssels  erweckte den Motor zum Leben. Wäre ich doch bloß schon da. Und ab geh’s………

Nach einer schier endlosen Zeit über die Autobahn A1, nun ja, eigentlich eine große Baustelle, mit kurzen Unterbrechungen, sah ich sie nach drei Wochen wieder:

Die Fehmarn-Sund-Brücke.

Geschaft!! Ich bin auf Fehmarn.

Habe kurz meine Klamotten in der FeWo geparkt und mit der Eignerin telefonisch ein Treffen vereinbart.

Die Übergabe

In Burgstaaken lag die Manati bereits mit gestelltem Mast im Stadthafen am Kai. Prächtig anzusehen

Nach Auskunft der Eignern habe der Yacht-Service Schmidt alles durchgesehen. Dennoch kam Herr Schmidt noch mehrfach auf die Manati, weil mit der Wasserpumpe etwas nicht stimmte. Diese wurde dann erneuert. Daraufhin kam es zu Problemen mit den Anschlüssen am Wärmetauscher. Es musste  ein weiters Teil erneuert werden. Eine Probefahrt unter Motor sollte auf jeden Fall noch von mir vorgenommen werden, um zu testen, ob genügend Kühlflüssigkeit im Kühlkreislauf ist. Selbst wenn, soll von mir das Kühlwasser noch mit Frostschutz versehen werden. Echt kompetenter Service.

Vom Mast beäugte mich die Arbeitslampe. Diese ist dafür extra aus der Fassung gehüpft und baumelte an zwei Drähten hin und her. Sah lustig aus, zieht aber einiges an Absprachen nach sich, weil sich „das Luder“ in ca. 4 m Höhe befindet und die Arme dafür zu kurz sind.

Die Übergab dauerte dann drei Tage. Es wurden viele Fragen gestellt. Es gab viele Antworten und Erklärungen, aber auch Schulterzucken. Die Manati wurde gemeinsam aufgeriggt. Learning bei Doing! Einige Gegenstände wechselten noch den Besitzer. Insbesondere viele Euros.

Am 23.05.2018 wurde eine Übernahmeerklärung von beiden Seiten unterzeichnet. Damit war ich endgültig der neue Eigner der Manati.

Danach blieb mir nur noch Aufräumen, putzen, Aussortieren, Ausräumen, putzen, putzen und putzen. Ach ja, und Müll entsorgen.

Weil es sich auch um einen Fischerei- und Industriehafen handelt, kam wie es kommen musste: Der Hafenmeister meldete sich und sagte, die Manati müsse am nächsten Tag bis 15:00 Uhr verlegt worden sein.

Bis hier hin war alles gut!

 

Vorstellung:

Als Neuling in diesem Blog möchte ich mich als Skipper, was meine maritime Laufbahn anbelangt, kurz vorstellen:

Bereits mit 14 Jahren, oder war ich erst 13 …mmmh, verdammt lang her, begann ich mit dem Segeln.  Auf den Loosdrechter Plassen erlernte ich es auf einem kleinen Kajüte-Segler eines Freundes. Ein großer Konzern in Leverkusen schenkte mir 1974, während meiner „Lehre“ (so hieß das damals) zum Elektromechaniker, den Segelschein für Binnenfahrt (A) in Glückburg. Ja doch, natürlich musste ich eine Prüfung ablegen.

Danach war erstmal Schluss mit Segeln.

2004 ging’s wieder los

während eines völlig verregneten Campingurlaubs in Zeewolde, wurde kurzerhand der Ostfriesennerz bemüht und aus Langeweile mit den Kindern der Hafen besichtigt. Nicht dort, jedoch auf der gegenüberliegenden Seite, im Hafen Strand Horst, gut mit einer Fähre zu erreichen, stolperte ich über eine zum Verkauf stehende Domp 770. Wie gesagt- völlig verregnet! Der Preis war sensationell niedrig. Was mich bei der Besichtigung zu der Frage verleitete, ob das Boot sofort sinkt, wenn es zu Wasser gelassen wird. Der Hafenmeister lachte nur. Nach einer kurzen Probefahrt war ich erstmals Eigner einer Segeljacht. Damit wurden nicht nur das Isselmeer, das Markermeer und die Randmeere unsicher gemacht, vielmehr manifestierte sich bei mir auch der Wunsch, mit dem eignen Boot unter der Tower-Bridge durchzufahren.  Die Vorstellung, davon ein Foto zu besitzen, wäre die Erfüllung eines (meines) Traumes. Für eine Kanalüberquerung erschien mir meine Domp aber nun nicht wirklich geeignet zu sein.

Nun wurden alle nötigen Führerscheine und Zertifikate erworben, um auf Langzeitfahrt gehen zu können.

Jetzt gehts als Skipper erst richtig los

Seit kurzem bin ich im verdienten??? Ruhestand. Um meinen Traum vielleicht doch noch zu verwirklichen, habe ich bereits lange Zeit nach einem geeigneten Boot gesucht, welches meine Ansprüche erfüllt.

Es sollte eine Moody 33 Eclipse mit Bilgekiel werden. Gerade erst habe ich den Kaufvertrag für die „Manati“ unterschrieben. Geworden ist es eine Sirius 31 DS mit Kurzkiel.

Die Manati werde ich in der Woche nach Pfingsten übernehmen.

Meine Abenteuer mit der Manati können beginnen.

P.S.     Die Domp steht zum Verkauf, selbstverständlich zu einem sensationell günstigen Preis.